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Niedersachsenplatz

Der Niedersachsenplatz
bildet zusammen mit dem auf der gegenüber liegenden Straßenseite befindlichen Dorfplatz mit der Lisa Kate und Sammanns Hus und dem sich anschließenden Kirchplatz ein Ensemble, das den romantischen Heidecharakter des Ortes begründet.

Verstärkt wird dieser Eindruck durch die mit hohen Eichen bestandene leichte Hanglage des Platzes mit seinen Reetdachhäusern. Ursprünglich befand sich auf dem Gelände der heutigen

Gemeindeverwaltung der Smees Hoff, das war die Hofstelle einer Kleinkote. Die Besitzer waren Bauern und Schmiede, deren Besitzer sich bis 1590 zurückverfolgen lassen.

Das 1659 erbaute Wohnhaus stand auf der Höhe des heutigen Parkplatzes.
Es hieß „Alte Kate“ und wurde 1930 wegen Baufälligkeit abgebrochen.
Auch die Schmiede auf dem Hof wurde vor 1919 abgerissen.
Zwei Gebäude der früheren Hofstelle stehen heute noch: die Bücherei und das Rathaus 1.


Heimathaus

Das Heimathaus ist ein besonders altes Bauernhaus aus dem
16. Jahrhundert und stammt aus Eyendorf.


Es stand auf dem Hof Staacke und wurde als Wohnung und Viehstall genutzt.
Das Gerüst des Hauses, das eine Länge von 27 m und eine Breite von 12,20 m hat, wurde als Zweiständerbau erstellt.

Die Außenwände sind in Fachwerkbauweise errichtet und ausgemauert.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach verändert. 1985 sollte das Bauernhaus einer Erweiterung des Viehstalls weichen.
Deshalb konnte die Gemeinde Jesteburg es mit Genehmigung der Denkmalsbehörde erwerben und 1986/1987 nach Jesteburg umsetzen, wo es heute auf dem Niedersachsenplatz steht.
Unter Leitung des Architekten Jürgen Sluyterman von Langeweyde wurde das Haus in seiner ursprünglichen Länge errichtet. Die Einweihung fand am 24.10.1987 statt.
Sehr beliebt ist das kleine Trauzimmer auf halber Höhe im Wohntrakt.
Die organisatorische Verwaltung obliegt dem Jesteburger Arbeitskreis.
Das Heimathaus dient heute als Veranstaltungszentrum der Gemeinde Jesteburg.
Neuerdings erstrahlt bei Dunkelheit das Heimathaus in einem bunten Farbenspiel.

Altes Rathaus

Das alte Rathaus  war ursprünglich eine alte Scheune vom Smees Hoff.
Es könnte sich um eine Heuscheune gehandelt haben, die aus der Zeit um 1700 stammt. Anfang der 30er Jahre diente sie als Wagen-Remise.

Der Besitzer Karl Schmidt stellte sie der Hitlerjugend zum Eigenausbau als Heim zur Verfügung.
Die Eltern rissen die Überdachung auf der Seite zur Straße hin ab und bauten sie rückseitig wieder als Geräteschuppen an.
Die Kosten des Umbaus und die Inneneinrichtung wurden gespendet.
Die Einweihung fand 1937 statt. Der Anbau war noch nicht vorhanden. Vorn links befand sich das Führerzimmer.
Nach einem weiteren Umbau richtete die NSV am 15. April 1942 im hinteren Teil einen Erntekindergarten für das Sommerhalbjahr ein. Wasser für die Kinder holte man vom gegenüber liegenden Dorfbrunnen des Vogthauses(Vagtshus).
Am 24.2.1947 zog die Gemeindeverwaltung (aus dem Pfarrwitwenhaus - heute Drogerie Gilbert) in das Jugendheim ein, das seitdem erweitert und umgebaut worden ist.

Neues Rathaus

Das neue Rathaus ist ein modernes Verwaltungsgebäude der Gemeinde und Samtgemeinde Jesteburg.
Dort befinden sich auch die Kleiderkammer und das Samtgemeindarchiv.
Der Samtgemeindebürgermeister hat seinen Sitz auch im neuen Rathaus.

Das neue Rathaus entstand nach Plänen des Architekten Jürgen Sluyterman von Langeweyde und wurde 1991/92 in Form eines T-Hauses erbaut, denn auch die 1930 abgerissene „Alte Kate“ hatte diese Bauform.

In der älteren Literatur wird diese Bauform auch als Kreuzhaustypus bezeichnet.
Sie ist das Kennzeichen für mehrere große Wohnhäuser in Jesteburg, wie der Hausforscher Dr. Ulrich Klages nachgewiesen hat.
Die T-Form findet sich heute noch bei Meyers Hus (Uhlen/Zorn), Ramakers Hus (Lindenkrug), Wachtmeisters Hus (Möricke/Meyer)
und Försters Hus (Clement). Auch das 1589 errichtete und 1968 einem Brand zum Opfer gefallene Vogthaus besaß diese Bauform.
In diesem Haus hatte ehemals der Vogt der Vogtei Jesteburg seinen Amtssitz.
Heute befindet sich dort ein Geschäftshaus neben der Lisa Kate.

Zehntscheune

Aber die Nutzung als Zehntscheune kann nicht nachgewiesen werden.
Vielmehr war das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaute Gebäude eine Durchfahrtsscheune, in späterer Zeit diente es als Häuslingshaus.

Nach einer gründlichen Renovierung fand am 19.05.1979 die Einweihung statt, das Haus beherbergt seitdem die Bücherei der Samtgemeinde.
Bis zur Fertigstellung des Heimathauses wurden hier standesamtliche Trauungen durchgeführt.
Auch der Jesteburger Arbeitskreis für Heimatpflege e. V. fand vorübergehend in dem Haus eine Heimstatt.

Vor der Bücherei liegt der Runenstein.
Er befand sich seit 1878 im Stader Museum und wurde 1978 vom Jesteburger Arbeitskreis zurückgeholt. Dieser sagenumwobene Stein ist durch den Freitod des Jesteburger Pastors Johann Carl Gottlieb Runge 1794 bekannt geworden, der die verwitterte Oberfläche als Runen deutete, die er entziffern wollte.