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Jesteburg - historisches

Jesteburg wird erstmals um 1202 erwähnt.
Damals beurkundete der Erzbischof von Bremen, dass er dem Dekanat des Hamburger Domkapitels unter anderem die Kirche in "Gersdeburg" überlassen hat. Somit hatte damals bereits die Jesteburger St.-Martins-Kirche bestanden, deren gegenwärtiger Bau 1841/42 errichtet wurde.

Einziges noch heute erhaltenes Zeugnis der alten Kirche ist die Glocke aus der Zeit um 1200.
Die Burg, nach der das Dorf benannt wurde, wird vor dem 13. Jahrhundert den Seeveübergang bewacht haben, der auch später eine wichtige Verkehrsfunktion hatte. Sichtbare Spuren sind nicht mehr vorhanden.

Schon frühzeitig war Jesteburg Mittelpunkt für die umliegenden Dörfer.
Zum Kirchspiel Jesteburg gehörten 12 Ortschaften.
Seit dem ausgehenden Mittelalter war in Jesteburg ein Vogt ansässig, der Verwaltungsaufgaben für den Landesherren, die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, wahrnahm.
Im 17.Jahrhundert gehörten zur Vogtei Jesteburg 11 Ortschaften. 1497 lassen sich in Jesteburg acht Bauernstellen nachweisen, 1667 sind es dreizehn: vier Höfner und neun Kötner. Erst ab 1831 konnten die Bauern Abgaben und Dienste ablösen und freie Eigentümer ihrer Stelle werden.

Der Rezess von 1840 bildete die Grundlage, auf der einerseits die Gemeinheitsflächen zur privaten Nutzung an die einzelnen Berechtigten aufgeteilt und andererseits die Gemengelage der Besitzanteile in der Ackerflur aufgehoben wurden. Außer Dorfstelle und Kirche waren damals Eigentümer: 4 Höfner, 13 Kötner und 5 Neubauern. Mit diesen Wandlungen seiner ländlichen Wirtschafts- und Besitzstruktur begann für Jesteburg die moderne Zeit.

Mit dem Bau der Eisenbahn Buchholz-Lüneburg 1872/73 wurde dem Ort die weitere Umgebung erschlossen. Ziegelei und Bauhandwerk boten Arbeitsplätze. Das Handwerk weitete sich aus. Mit dem Beginn des 20.Jahrhunderts entdeckte der Städter die landschaftlichen Schönheiten, womit die Entwicklung Jesteburgs zum Luftkurort begann. Einen starken Bevölkerungszuwachs erhielt Jesteburg ab 1945 durch den Flüchtlingsstrom. Dies brachte der Gemeinde erhebliche Wohnungsprobleme. Die Einwohnerzahl war zwischen 1933 und 1946 von 1099 auf 2044 Menschen angewachsen. Gleichzeitig veränderte sich die Bevölkerungsstruktur.

Trotz der nun einsetzenden regen Bautätigkeit hat die Gemeinde ihren Dorfkern erhalten, für den der Niedersachsenplatz mit einer Gruppe gut erhaltener Reetdachhäuser bestimmend ist.
(Autor: Dr. Klaus Richter, Hamburg 1999)

Lüllau

Das Dorf wird bereits um 800-850 erwähnt. Damals stiftete der Adelige Benno seinen Besitz in Lüllau dem Kloster Fulda. 1148 schenkte der Bischof von Verden dem Domkapitel Verden den Zehnten.
1811 lösen die Lüllauer den Zehnten, der inzwischen dem Grafen von Wallmoden-Gimborn gehört, ab. Es gab 2 Vollhöfe und 2 Koten. Von 1250 bis zur Neuzeit werden die einzelnen Höfe des Ortes in vielen Urkunden und Abgabelisten erwähnt. 1684 hören wir, dass Lüllau einen Schulmeister hat. Er unterrichtet die Kinder nicht mehr wie früher in Thelstorf, sondern in einer "wüsten Kote" in Lüllau.

Itzenbüttel

Mit Sicherheit ist das Dorf sehr viel älter, taucht jedoch erstmals 1432 aus dem Nebel der Vergangenheit auf. Damals wurde der Hof des "Meier" durch die Horneburger Burgmannen während einer Fehde total ausgeraubt. 1450 gab es in Itzenbüttel 3 Vollhöfe. Erst 1497 wird ein vierter Hof genannt. 1560 erscheint er in den Abgabelisten der Kötner. Den Zehnten zog das Altkloster Buxtehude, später das Amt Harburg, wobei der Zehnte zu Geld gesetzt war und nicht in natura gezogen wurde. Das Stift Ramelsloh bezog eine Kornernte aus dem Dorf.

Thelstorf

Das kleine Dorf bestand nur aus zwei Vollhöfen. 1300 verkaufte ein Lüneburger Bürger dem Kapitel in Ramelsloh einen Hof in Thelstorf. Später waren beide Bauern Herrenleute, Grundherr war also der Landesherr. Ramelsloh bezog nur noch eine Geldrente aus den Höfen. Den Zehnten der Höfe zog die Kirche zu Visselhövede im Stift Verden. Das Zehntgeld sollte die Kirche für "Brot und Wein zum Nachtmahl" verwenden.

Lohof

Der einstellige Hof erscheint erstmals 1554 in den Akten. Es ist zu vermuten, dass er bereits früher unter einem anderen Namen genannt wird, da er gleich den anderen alten Hofstellen im Klecker Wald eine Holz- und Schweinemastberechtigung hatte.

Wiedenhof

Das Dorf bestand 1590 aus 2 Vollhöfen. Grund- und Zehnt-Herr war das Altkloster Buxtehude. Ein Vollhof wurde bereits im Viehschatzregister 1497 genannt. Im Amt Winsen - auf der anderen Seite der Seeve - lag noch eine Kote.
(Autorin: Thekla Scharsig, Holm-Seppensen 1999)